ZENRADAR PODCAST

Wenn ein Kunde ein Unternehmen wie Ihres sucht, wer antwortet ihm?

Veröffentlicht am · Dauer 7 Min.

Worum es in der Episode geht

Ein wachsender Teil der Suchanfragen endet ohne Klick: Eine KI-Antwort nennt drei Unternehmen, und nur diese bekommt der Kunde je zu sehen. Zwei Stimmen erklären, wie ZenRadar Ihre Präsenz in diesen Antworten misst, wie die Punktzahl von hundert entsteht, und warum wir unsere eigenen schlechten Werte sichtbar lassen.

Wird Ihre Website von KI-Assistenten zitiert?

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Transkript der Episode

Also wenn ein Kunde heute online nach genau der Lösung sucht, die ihr Unternehmen anbietet, wer antwortet ihm dann eigentlich wirklich? Das ist genau die entscheidende Frage. Herzlich willkommen zu dieser tiefgehenden Analyse. Wir werfen heute als Tech-Journalistinnen mal einen ziemlich ungefilterten Blick auf ein internes Referenzdokument. Es geht um den Produktsteckbrief eines Tools namens ZenRadar von Organizen.

Genau. Und wir machen das komplett ohne Marketing-Phrasen oder irgendwelchen Fachjargon. Nur die puren Mechaniken der neuen Sichtbarkeit im Netz. Weil diese anfängliche Frage, also wer dem Kunden heute noch antwortet, die hat sich ja in den letzten ein, zwei Jahren massiv verschoben. Oh ja, dramatisch. 20 Jahre lang war das ja ein total simples, fast schon gemütliches Spiel.

Na ja, klassische Suchmaschinenoptimierung eben. Richtig. Man hat sich bei Google in so einer endlosen Liste von blauen Links einfach nach oben gekämpft. Das war im Grunde wie ein riesiges Telefonbuch. Exakt. Ein Telefonbuch. Solange man da irgendwo drin stand, existierte man für den Markt.

Aber diese ganzen neuen KI-Antworten, die funktionieren halt völlig anders. Absolut. Ein rasant wachsender Teil der Suchen endet ja heute, ohne dass jemals überhaupt noch ein Link geklickt wird. Die Mechanik dahinter ist simpel. Die Leute tippen ihre Fragen direkt bei ChatGPT, Perplexity, Gemini, Claude oder eben in diese neuen Google KI Übersichten ein. Und die KI generiert dann in Echtzeit so einen kurzen Absatztext, oder?

Genau. Der Nutzer liest das und die Suche ist endgüntig beendet. Und in dieser Antwort tauchen weltweit dann vielleicht drei, höchstens vier Firmennamen auf. Das ist dann ja eher wie so eine exklusive VIP-Gästeliste. Ja, treffender Vergleich. Wenn man da nicht draufsteht, wird man nicht etwa auf Seite 2 verbannt, sondern man existiert in der ganzen Unterhaltung schlichtweg nicht.

Und das Perfideste daran ist ja, dieses Fehlen hinterlässt absolut Nullspuren in den eigenen Webstatistiken. Richtig, niemand sieht einen Einbruch der Klickzahlen für etwas, das ohnehin nur in einem geschlossenen Chatfenster passiert. Das ist aktuell ein massiver blinder Fleck für viele Firmen. Total. Und das ZenRadar-Dokument beschreibt ja jetzt einen sehr pragmatischen Lösungsansatz, um dieses Unsichtbare überhaupt erst mal messbar zu machen. Wie genau funktioniert das in der Praxis?

Also das System nimmt quasi die exakte Suchanfrage, die ein potenzieller Kunde tippen würde und füttert sie direkt in diese fünf großen KIs. Dann scannt es die generierten Antworten ganz gezielt auf ihren Firmennamen. Also im Fließtext und in den zitierten Quellen. Und daraus resultiert dann dieser 100-Punktescore, den das Dokument da so detailliert aufschlüsselt. Ganz genau. Also 50 Punkte für reine Nennungen.

Das leuchtet mir ja sofort ein. Tauche ich bei den Maschinen namentlich auf oder eben nicht? Richtig. Aber dann gibt es ja noch 25 Punkte für sogenannte strukturierte Daten und nochmal 25 für das technische Seitenformat. Ja. Warum gewichten die das denn so unfassbar stark? Ich meine, in der KI sollte so ein Layout doch völlig egal sein.

Die kann doch Fließtexte problemlos lesen. Eben nicht. Und das ist der entscheidende Unterschied zum alten Google-Crawler. Large-Language-Models, also diese riesigen KIs, die generieren ihre Antworten extrem ressourcenintensiv. Okay. Wenn Ihre Website jetzt total chaotisch formatiert ist und diese strukturierten Daten im Hintergrund fielen, kostet das die KI schlichtweg viel zu viel Rechenleistung, um die essentiellen Infos daraus zu ziehen. Ah, verstehe. Sie ist quasi zu faul.

So zu sagen. Sie wird diese Denkarbeit einfach nicht leisten. Stattdessen ignoriert sie sie komplett und zitiert einfach die Seite vom Konkurrenten, die schön maschinenlesbar aufbereitet ist. Warte mal, das klingt aber nach einer ziemlich bösen Falle. KI's generieren ja gar nicht für jede Nischenfrage automatisch so eine Antwort.

Mhm, das stimmt. Wenn ich jetzt meine Branche überwache und Google spielt bei einer speziellen Suche gar keine KI-Übersicht aus, stürzt dann mein Senrater-Score direkt ab? Werde ich dafür etwas abgestraft, dass ich technisch Null kontrollieren kann? Die Sorge ist absolut berechtigt, aber das Dokument formulierte eine wirklich strikte Regel. Eine Frage, die nie gestellte wurde, ist keine negative Antwort.

Okay, das beruhigt. Genau. Wenn eine KI-Übersicht nicht ausgelöst wird, registriert das System das einfach ganz neutral. Es zieht keine Punkte ab und vor allem erfindet es keine Zahlen, nur um irgendwelche Dashboards künstlich vollzumachen. Gut, das führt mich aber direkt zu der Frage der praktischen Umsetzung. Aus journalistischer Sicht frage ich mich nämlich...

Was nützt mir ein aggregierter Score von, sagen wir mal, 40 Punkten, wenn ich am Ende gar nicht weiß, welche der 5 KI's mich gerade ignoriert? Naja, das ist der analytische Kern des Tools. Jeder fehlende Punkt im Score ist im Hintergrund an eine ganz konkrete Handlung auf einer bestimmten Unterseite gekoppelt. Das System überwacht das vollautomatisch. Okay, das liefert also den Kontext?

Exakt. Wenn Ihr Score fällt, zeigt es ihnen wirklich schwarz auf weiß, welcher Wettbewerber gerade von JetGBT oder Claude an ihrer Stelle dem Kunden empfohlen wird. Krass. Wobei ich echt sagen muss, das überraschendste Detail in diesem ganzen Referenzdokument war für mich diese radikale Transparenz der Entwickler selbst. Oh ja, das war erfrischend. Die testen diesen Scan-Mechanismus ja auf ihren eigenen Unternehmensseiten, also mit echten Live-Werten. Und eine Website der eigenen Organisationsgruppe dümpelt da bei miserablen 6 von 100 Punkten herum.

Ja, 6 Punkte ist echt hart. Und sie lassen das absichtlich sichtbar im System stehen. Da gibt es dieses schöne Zitat im Dokument, ein Messwerkzeug, das die eigenen Zahlen schönt, misst überhaupt nichts. Ganz ehrlich, diese ungeschminkte Realität ist im Grunde die einzige Metrik, die im neuen KI-Zeitalter überhaupt noch zählt. Absolut. Das führt uns eigentlich auch genau zu der Frage zurück, mit der wir vorhin gestartet sind.

Wenn man all das bedenkt, muss man sich unweigerlich fragen, wenn KI's heute nach der eigenen Branche gefragt werden, wer übernimmt dann für sie das Reden? Das ist die Kernfrage. Das Dokument schließt übrigens noch mit einem sehr interessanten praktischen Ansatz. Die Entwickler haben diesen Scan-Mechanismus nämlich öffentlich zugänglich gemacht. Richtig. Wer diese neue Realität jetzt also an der eigenen Webpräsenz einfach mal überprüfen will, kann das Tool für einen kostenfreien 30-sekündigen Scan ausprobieren und zwar unter senradar .organize .ai.

Was für mich zum Abschluss noch eine viel weitreichendere Überlegung aufwirft. Und die wäre? Naja, wenn KIs in Zukunft wirklich zunehmend die absoluten und einzigen Türsteher zwischen Kunden und Unternehmen sind, wie lange dauert es dann wohl, bis Firmen aufhören, ihre Websites für diese KIs mühsam zu optimieren? Und stattdessen anfangen, Methoden zu entwickeln, um die riesigen Trainingsdaten dieser Modelle direkt zu manipulieren?

Automatisches Transkript, stichprobenartig geprüft.

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